
Die verbreitetste Form der digitalen medizinischen Fortbildung ist immer noch die übertragene Vorlesung: Eine Person spricht, viele hören zu, am Ende gibt es zwei Fragen. Das ist bequem – und lernpsychologisch die schwächste Variante.
Wissen bleibt hängen, wenn es angewendet, diskutiert und widersprochen wird. Genau das fällt beim Frontalformat weg. Die Folge sind hohe Anmeldezahlen bei niedriger Beteiligung – und wenig, das im Alltag ankommt.
Genau diese Funktionen fehlen Standard-Videokonferenzen – warum Zoom und Teams keine CME-Plattform sind.
Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist oft wertvoller als der Vortrag selbst. Wer erfährt, wie ein anderes Haus denselben Fall löst, nimmt mehr mit als aus jeder Folie. Eine medizinische Community kann das – wenn sie dafür gebaut ist.
Interaktion muss geplant werden, nicht erhofft. Wer eine Fortbildung konzipiert, sollte vorab festlegen, an welchen Stellen das Publikum beteiligt wird – und wer diese Beteiligung moderiert.
Kritisches, praktisches und soziales Lernen sind keine Schlagworte, sondern drei Bedingungen – und der Grund, warum CME oft an der Realität scheitert.