
Auf doclift sind neben Kliniken und Fachgesellschaften auch Unternehmen aus Pharma und Biotech als Partner gelistet. Das wirft berechtigte Fragen auf – und verdient eine ehrliche Antwort.
Der sichtbarste Beitrag ist Fachwissen zu eng umgrenzten Themen. Ein Beispiel aus dem Partnerverzeichnis: das AbbVie Medical Institute mit Expertenkursen zu BoNT-A-Injektionstechniken und Patientenmanagement – also Anwendungswissen zu einer Technik, die gelernt sein will.
Andere Partner decken Felder ab, in denen unabhängige Fortbildung dünn gesät ist: seltene Krankheiten und Komplementbiologie, RNA-Interferenz, seltene Stoffwechselerkrankungen, Immunologie bei Autoimmunerkrankungen. Fachgebiete, in denen oft nur eine Handvoll Häuser überhaupt Erfahrung hat.
Fortbildung von Unternehmen, die Produkte in genau diesem Feld verkaufen, ist ein Interessenkonflikt – unabhängig davon, wie gut der Inhalt ist. Das lässt sich nicht wegdiskutieren, nur strukturell einhegen:
Wer Inhalte anbietet, statt sie zu pushen, unterwirft sich einem Qualitätsfilter: Was niemand freiwillig aufruft, wirkt auch nicht. Produktbotschaften im Fortbildungsmantel fallen in diesem Modell schneller durch als in jedem Werbekanal.
Industriewissen aus der Fortbildung auszuschliessen würde in manchen Nischen bedeuten, gar keine Fortbildung zu haben. Entscheidend ist nicht, ob Industrie beteiligt ist – sondern ob erkennbar bleibt, wer spricht.